Miniserien: die neue Art der Produktion
© agsandrew @ shutterstock.com

Miniserien: die neue Art der Produktion

In wenigen Episoden erzählen Miniserien eine Geschichte, die in der Regel nach zehn Episoden ein Ende findet. Der Vorteil der kurzen Serien ist, dass ihre Handlungen geschlossen und durchdacht sind. Ein Wechsel von Schauspielern ist nahezu ausgeschlossen, namenhafte Darsteller wie Brad Pitt lassen sich für Miniserien eher begeistern als für übliche Serien. Der Grund hier ist, dass sich erfolgreiche Kinodarsteller nur schwer über viele Jahre an ein Fernsehformat binden würden. Gibt es eine neue Staffel, können neue Zuschauer ohne Probleme einschalten, da die vorherige Staffel in keinem Zusammenhang steht.

Zu vergleichen sind Miniserien im Grunde genommen mit TV-Mehrteilern, die meist nach drei Filmen abgeschlossen sind. Miniserien erfreuen sich vor allem in letzter Zeit, zum Beispiel mit 24 und Die Kennedys immer größerer Beliebtheit. In Deutschland wurden sie einst durch die USA in den 80er Jahren verstärkt eingespielt.

Um euch ein Gefühl für Miniserien zu geben, möchte ich euch drei Kurzserien vorstellen.

American Horror Story

Vor vier Jahren stellte Bryan Murphy seine neue Serien-Idee American Horror Story vor. Er hatte schon vorher mit seiner High-School-Musical-Dramedy Glee bewiesen, dass er einen Hang zum Exzentrischen hat.

American Horror Story erzählt in einer Staffel, bestehend aus 12 Folgen, eine abgeschlossene Geschichte. Jede neue Staffel spielt an einem anderen Drehort, besitzt neue Charaktere und meist auch ein paar neue Schauspieler. Das spannende an diesem neuen Format ist, wie sehr diese Art des Fernsehens einem guten Buch ähnelt. Die Geschichte wird in 12 Kapiteln erzählt und egal wie fantastisch ein Buch auch ist, es profitiert davon, dass es auf ein klares Ende hinausläuft. Zu Beginn jeder neuen Staffel können neue Zuschauer einsteigen ohne das Gefühl haben zu müssen, ihnen fehle etwas, um der Handlung folgen zu können.

Hinzu kommt, dass es keinen zu erhaltenden Status Quo gibt. Keine der Figuren ist jemals sicher und die Geschichte rückt stets in den Vordergrund. In dieser eher comichaften, überzeichneten und politisch unkorrekten Welt werden besonders die dunkleren Kapitel der amerikanischen Geschichte beleuchtet.

True Detective

True Detective stammt aus der Feder von Nic Pizzolatto und wurde im April 2012 zur Produktion in Auftrag gegeben.

Ob True Detective ein schönes Experiment war oder sich tatsächlich behaupten wird, ist abzuwarten. In Rückblenden wir die Geschichte zweier Detectives erzählt, die in den 90er Jahren in einem Mordfall ermitteln. Das ungleiche Team, das nicht mehr zusammenarbeitet und bei der Polizei tätig ist, wird nun in der Gegenwart zu den Vorgängen von damals interviewt, da es einen ähnlichen Mordfall in der jüngsten Geschichte gab.

True Detective konnte mit Woody Harrelson und Matthew McConaughey zwei großartige Schauspieler verpflichten, die es geschafft haben, innerhalb eines gerade einmal acht Folgen umspannenden Handlungsbogens, eine komplette Verwandlung durchzumachen. Im Gespräch für eine der Hauptrollen der nächsten Staffel ist Brad Pitt.

Hostages

Produziert wurde Hostages von Scott White, die Erstausstrahlung erfolgte in den USA im September 2013.

Eine erfolgreiche Herzchirurgin soll den amerikanischen Präsidenten operieren. Am Abend vor der Operation brechen bewaffnete Männer in ihr Haus ein und nehmen sie und ihre Familie als Geiseln. Sie soll den Präsidenten töten. Durch einen Trick schafft sie es den Termin für die Operation zu verschieben, um sich so mehr Zeit zu verschaffen.

Spannend wird es vor allem, als neben der politischen Verschwörung, auch die Geheimnisse ihrer eigenen Familie zum Problem werden. Ihre Menschlichkeit, ethische Verantwortung als Ärztin und das Leben ihrer geliebten Menschen stehen auf dem Spiel.

Sie möchten mehr über die Zukunft der TV-Branche erfahren?

Wie hat Dir dieser Beitrag gefallen?