Big Data bei Netflix – diese Vorteile erhalten Zuschauer
Mit Big Data optimiert Netflix das Angebot ihrer Kunden. Twin Design / Shutterstock.com

Big Data bei Netflix – diese Vorteile erhalten Zuschauer

Wie funktioniert das Fernsehen der Zukunft? Und wie kann in diesem Zusammenhang TV optimal auf die Wünsche der Zuschauer zugeschnitten werden? Diese Fragen beschäftigen private wie öffentlich-rechtliche TV-Anstalten, Streaming-Anbieter, Web- und TV-Experten. Eine Teilantwort gibt es bereits und die liefert der Video-on-Demand-Anbieter Netflix aus den USA.

Dem Zuschauer wird die Antwort gegebenenfalls nicht gefallen, denn es geht um seine persönlichen Daten – Netflix analysiert mit Big Data intensiv das Nutzerverhalten seiner Millionen Kunden, indem zahlreiche Daten gesammelt und ausgewertet werden. So zeichnet Netflix nicht nur auf, wann welcher Titel auf welchem Endgerät gestreamt wurde, sondern zum Beispiel auch, wann pausiert, vorgespult oder abgebrochen wurde. Außerdem weiß Netflix durch das Suchverhalten ihrer Kunden, welche Schauspieler, Genre etc. besonders beliebt sind. Hierfür arbeiten sogar mehrere hundert Menschen bei Netflix, um die Ergebnisse auszuwerten, Verfahren zu entwickeln und zu optimieren. Dass das Big-Data-Prinzip von Netflix erfolgsversprechend ist und auch dem Zuschauer einen Nutzen schenkt, zeigt unter anderem Netflix’ Eigenproduktion House of Cards. Durch entsprechende Analysen konnte Netflix herausfinden, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg der Serie relativ hoch war, denn beliebte Suchbegriffe waren in diesem Fall der Schauspieler Kevin Spacey, der Regisseur David Fincher, Politserie und die BBC-Original-Serie House of Cards.

Big Data sollte dabei nicht zwangsläufig von Konsumenten mit Skepsis betrachtet werden, sondern vielmehr als Vorteil. Denn wenn Netflix weiterhin in Eigenproduktionen investiert, ergeben sich nicht nur Chancen für Produzenten, sondern auch für die Zuschauer, in dem ein Erlebnis-USER-TV geschaffen wird. Auch die angebotenen und vorgeschlagenen Inhalte werden optimiert, was nichts anderes heißt, als dass die Zuschauer das zu sehen bekommen, was sie sich wünschen.

Welche Vorteile erhalten Zuschauer durch Netflix’ Big-Data-Strategie?

  • Netflix erstellt aufgrund der Datenanalyse individuelle Programmpläne
  • Film- und Serienempfehlungen sind genauer, realistischer und persönlicher
  • Der Zuschauer ist der heimliche Entscheider der Programme
  • Zuschauer bestimmen die Inhalte aufgrund ihres Nutzerverhalten
  • Der Streaming-Dienst ist seinen Wettbewerbern Jahre voraus und hat somit einen weitaus größeren Erfahrungsschatz, um Kundenwünschen gerecht zu werden
  • Netflix kann hierdurch schneller handeln als ihre Konkurrenz

Als TV- und Video-Experte finde ich eben diese Entwicklung spannend und hilfreich, Zuschauern personalisierte Inhalte zur Verfügung zu stellen und gewünschte Formate zu produzieren. Produzenten von Bewegbildinhalten haben schließlich, neben den wirtschaftlichen Erfolgen, immer nur eines im Sinn: möglichst erfolgreich zu sein und das heißt simpel ausgedrückt, den Nerv der Zuschauer zu treffen.

Kann Big Data da helfen?

“#BigData bei #Netflix – Kunden profitieren durch Datensammlung.“

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Ja, wenn wir Produzenten dabei in die Lage versetzt werden, den nächsten großen Hit zu produzieren. Doch es muss dabei kritisch hinterfragt werden, ob die gesammelten Daten von Netflix einzig und allein diesem Ziel dienen oder ob die von Big Data generierten Informationen zu anderen Zwecken eingesetzt werden. Produzenten daraufhin bei der Ideenfindung durch relevante Daten zu unterstützen, ist nur dann effektiv, wenn die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden und Zuschauern ein eindeutiger Mehrwert geboten wird – schließlich sollte das am Ende das große Ziel sein.

Inwieweit Big Data hierzu schon in der Lage ist, muss noch genauer herausgefunden werden. Zunächst einmal gilt es für Netflix – aus den bestehenden Inhalten – das individuelle und optimale Angebotspaket für jeden einzelnen Kunden zu ermitteln. Neu zu produzierende Inhalte im Detail zu entwickeln bedarf auch bei Nutzung von Big Data noch ein Team an starken Entwicklern, die in der Lage sind, die Geschichte zu erzählen.

Mein persönliches Fazit

Ich bin jetzt schon froh und glücklich darüber, dass Netflix mir mein Programm so anbietet, wie ich es haben möchte und Tag für Tag, an dem ich es nutze, ein wenig besser wird. Für uns Produzenten wird sich Big Data mit Sicherheit noch als sehr hilfreich herausstellen und dieser Blick in die Zukunft sollte uns Fernsehmacher zeigen, dass Digitalisierung im TV-Business seine positiven Seiten hat.

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